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Whistleblowing Plattform der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde

Mrz 7, 2018 | Aktuelles |

Seit 08.02.2018 hat die Bundeswettbewerbsbehörde (kurz „BWB“) ein Whistleblowing-System eingeführt, welches es ermöglicht, Hinweise auf Verstöße gegen das Kartellgesetz anonym an die BWB zu übermitteln.

Unter dem Link report.whistleb.com/bwb gelangt man direkt zur neu eingerichteten Whistleblowing Plattform.

Grundsätzlich hat jede Person die Möglichkeit, von diesem Whistleblowing-System Gebrauch zu machen und Hinweise auf Verstöße gegen das Kartellgesetz (Kartelle und Marktmissbrauch) in anonymisierter Form zu melden. Angesprochen werden insbesondere Mitarbeiter von Unternehmen, oder Unternehmen selbst, da diese oftmals über Informationen (über andere Unternehmen) verfügen, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, aber helfen, einen Verstoß gegen Kartellrecht aufzudecken.

Die Kommunikation zwischen Whistleblowern und der BWB erfolgt über anonyme Postfächer und es wird technisch sichergestellt, dass Hinweise für niemanden – auch nicht für die Behörde selbst – zurückzuverfolgen sind.

In der Eingabemaske des Whistleblowing-Systems hat der Whistleblower 4 Fragen zu beantworten: „Was ist Ihr Anliegen?“, „Wann ist das passiert?“, „Wo ist das passiert?“ „Einzelheiten des Falls?“. Unter dem letzten Punkt hat man die Möglichkeit, in einer genaueren Schilderung darzulegen, was passiert ist und warum man einen Bericht bei der BWB einreicht. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Unterlagen, in Form eines Attachments, hochzuladen und an die BWB zu übermitteln.

Die Meldung wird geprüft und der Whistleblower erhält eine ID und ein Passwort, mit welchem sich dieser in das anonyme Postfach einloggen kann. Über dieses Postfach kann die BWB anonym mit dem Whistleblower kommunizieren. Sofern sich der gemeldete Verdacht bestätigt, nimmt die BWB Ermittlungen auf, wobei der Whistleblower ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in das Verfahren involviert ist.

Die BWB geht davon aus, dass das Whistleblowing-System einen wesentlichen Beitrag zur Aufdeckung von Verstößen gegen das Kartellrecht leisten wird, da oftmals Meldungen aus Sorge vor beruflichen oder anderen Konsequenzen nicht erstattet und dadurch Verstöße nicht aufgedeckt wurden. Durch die nunmehr geschaffene durchgehend anonymisierte Form der Informationsweitergabe ist der Whistleblower jedoch entsprechend geschützt.